Die Buchwissenschaft erforscht die Bücher dieser Welt auch über die Grenzen Europas hinaus. Die Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern in Asien im 11. Jahrhundert und in Europa durch Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert und dessen Folgen gehören ebenso zu ihren Gegenständen in Forschung und Lehre wie aktuelle Tendenzen auf dem globalen Buchmarkt. Kinder- und Jugendbücher sind ein eigener Forschungsschwerpunkt des Arbeitsbereichs, ebenso die Leseforschung. Die Lehrdruckerei und das DTP-Studio sind Teil der Buchwissenschaft.

Die Bibliothek der Buchwissenschaft, Philosophicum, R. 03-836, sowie R. 00-818 (Erwerbungen ab 2024, RVK-Aufstellung), ist Teil der Bereichsbibliothek Philosophicum.

Im DTP-Studio erhalten Studierende an zehn aktuellen Apple-Macintosh-Computern Einblick in die heutige Praxis in Verlagen und Agenturen und üben die praktische Umsetzung von typographischen Entwürfen.

Die Ausstattung des Desktop-Studios führt Sie in die unmittelbare Gegenwart: Zehn Apple-Macintosh-Computer, die mit Scanner und SW- und Color-Laserdruckern sowie den neuesten Layout-Programmen – der Affinity-Suite aus »Publisher«, »Photo« und »Designer« – ausgestattet sind, vermitteln Ihnen einen Eindruck der heutigen Praxis in Verlagen und Agenturen.

Auch das Schriftenangebot ist mit der »Linotype Library« und weiteren Exklusiv-Schriften wie beispielsweise einem Neuschnitt der Futura auf dem aktuellen Stand der »Open Type«-Technologie.

In entsprechenden Kursen erhalten Studierende im DTP-Studio  einen Einblick in die moderne Produktionsweise. In der praktischen Umsetzung von Entwürfen bei Typografie-Übungen lernen sie, ansprechende Ergebnisse zu erzielen. So manche Hausarbeit oder Fachschaftsveröffentlichung erhält hier ihren letzten typografischen Schliff.

In der eigenen Lehrdruckerei werden Kurse zum Handsatz mit Bleitypen angeboten.

Seit 1982 verfügt der Arbeitsbereich Buchwissenschaft über eine eigene Lehrdruckerei. Hier werden Kurse zum Bleisatz und Drucken auf einer Buchdruckpresse angeboten, die sich als institutseigenes Angebot im Rahmen der Softskills großer Beliebtheit erfreuen.
In einer in den geisteswissenschaftlichen Fächern selten angebotenen Verbindung von geistiger und praktischer Arbeit werden neben einer Einführung in das Setzer- und Druckerhandwerk à la Gutenberg auch Einblicke in Grundprobleme der Typografie vermittelt.

In der Buchdruckabteilung, die seit 2021 in der nahe zum Philosophicum gelegenen Buchbinderei der Universitätsbibliothek untergebracht ist, beginnt ein Gang durch die Geschichte der Satzherstellung: Der gelernte Schriftsetzer Prof. Dr. Dipl.-Ing. Christoph Reske unterweist pro Semester 12 Studierende in der Schwarzen Kunst. Sie lernen mit dem Winkelhaken zu setzen und die dabei auftretenden Eigenarten kennen.  Der selbst erstellte Satz wird auf einer Korrex-Andruckpresse selbst gedruckt, gezeigt wird zudem die Funktionsweise des Original Heidelberger Tiegels (OHT). Ziel dieser Unterweisung ist es, den Blick auf die vielfach in den Bibliotheken vorhandenen mittels Bleisatz und Buchdruck hergestellten Bücher zu schärfen – dieser Blick wird danach ein anderer sein!

Standort: Georg-Forster-Gebäude, Jakob-Welder-Weg 12, Buchbinderei/ Buchdruck, Zugang über den rückwärtigen Anlieferhof (Wittichweg)

Im Archiv, welches im Jahr 2021 der Universitätsbibliothek angegliedert wurde, kann der Einfluss bedeutender Verlage auf die gesellschaftliche und politische Wirklichkeit Deutschlands seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erforscht werden (Rowohlt, Rotbuch, Europäische Verlagsanstalt, Syndikat u.a.). An Fallbeispielen können Herstellung und Gestaltung, Lektorat und Lizenzabteilung vorgestellt und darüber gelehrt werden. Die verwahrten Dokumente sind dementsprechend sehr vielfältig: Autor-Verleger-Korrespondenzen, Manuskripte, Coverentwürfe, Werbematerialien etc. Studierende arbeiten sowohl in Lehrveranstaltungen als auch für ihre Abschlussarbeiten mit den Archivalien, aber auch Forscher aus dem In- und Ausland besuchen das Archiv.

Mehr Informationen auf der Webseite des Mainzer Verlagsarchivs

In den 1960er Jahren kam die Einführung des Fotosatzes einer Revolution gleich: Der Bleisatz verschwand allmählich; mit dem Fotosatz und der Verwendung von Offsetdruckmaschinen wurden neue Gestaltungs- und Produktionsmöglichkeiten entdeckt.

Ein komplettes kleines Typo-Studio, wie es in den 1980er Jahren in beinahe jeder größeren Stadt der damaligen Bundesrepublik zu finden war, ist erhalten und befindet sich im Untergeschoss des Philosophicums.

Der Fotosatz ist Geschichte geworden – entsprechend weist das Typo-Studio eher musealen Charakter auf: Es dokumentiert das wichtige Bindeglied zwischen den Technologien und verfügt über ein Akzidenzsatzgerät, eine Mengensatzmaschine und ein Titelsatzgerät der Firma Berthold sowie über eine Reprokamera und neben hunderten von Schriften noch über viele weitere Accessoires.