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›Werck der bücher‹ – DFG und AHRC fördern Projekt zu den Anfängen des Buchdrucks

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das britische Arts and Humanities Council fördern das Projekt ›Werck der bücher‹ – Transitions, Experimentation, and Collaboration in Reprographic Technologies, 1440–1470 mit insgesamt ca. 700.000€.

Die Mainzer Buchwissenschaft (Dr. Nikolaus Weichselbaumer) wird für dieses Vorhaben mit ihren langjährigen Partnern vom Pattern Recognition Lab der Friedrich Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Dr. Vincent Christlein) und dem Department of History der University of Manchester (Dr. Stephen Mossman, Edward Potten) zusammenarbeiten. Weitere Kooperationspartner sind das Museum für Druckkunst in Leipzig, das Institut für Medizingeschichte an der Universität Bern, die Cambridge University Library sowie die Princeton University Library.

Das Projekt wird eine grundlegende Studie zum Neben- und Miteinander von Blockbuch, experimentellen Frühformen des Drucks mit vielfachen und beweglichen Lettern sowie dem voll entwickelten Buchdruck erarbeiten.

Ein Ziel ist die möglichst vollständige Bestandsaufnahme der Wasserzeichen in Einblattdrucken aus der Zeit bis 1470. Diese wird einen Beitrag zur Frage leisten, ob die verschiedenen Reproduktionstechniken isoliert und von konkurrierenden Werkstätten eingesetzt wurden oder – so die Hypothese des Projekts – teils gleichzeitig und in den gleichen Werkstätten, was völlig neue Fragen nach den spezifischen Leistungen und Einsatzgebieten der unterschiedlichen Technologien aufwerfen würde.

Ergänzt wird diese Untersuchung um eine Analyse der Typen aller digitalisiert vorliegenden Drucke dieses Zeitraums. Mithilfe von praktischen Experimenten zur Varianz in Schriftguss und Buchdruck sowie durch neue mustererkennungsbasierte Analysemethoden wird untersucht ob auch die sehr frühen Drucke – besonders jene aus der Donat-Kalender-Type – bereits im Patrize-Matrize-System des voll entwickelten Buchdrucks hergestellt wurden, oder ob hier eine technologische Vorstufe anzunehmen ist, wie sie u.a. von Paul Needham und Blaise Agüera y Arcas postuliert wurde.

Diese dreijährige interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit wird einen Beitrag zu einer der Grundfragen der Buchgeschichte leisten. Die für diesen Zweck entwickelten digitalen Methoden versprechen unabhängig von diesem Forschungsfrage relevant zu bleiben.

Kontakt: Dr. Nikolaus Weichselbaumer, weichsel@uni-mainz.de

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