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DFG fördert Netzwerk Leseforschung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das von Prof. Dr. Simone Ehmig, Stiftung Lesen, Prof. Dr. Svenja Hagenhoff, Buchwissenschaft FAU Erlangen, und Prof. Dr. Ute Schneider, Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien / Buchwissenschaft, initiierte und koordinierte internationale und interdisziplinäre Netzwerk Leseforschung (Laufzeit 5/2021-4/2024)

Thematischer Gegenstand des Netzwerks ist die aktuelle Forschung zum Lesen als komplexe Kulturtechnik. Lesen ist ein »soziales Totalphänomen« (Marcel Mauss), das alle Bereiche moderner Gesellschaften durchdringt und für alle Akteure einer Gesellschaft handlungsrelevant ist: Schriftkodierte Zeichen präsentieren sich ubiquitär in allen Lebenslagen und auf allen erdenklichen Oberflächen und Artefakten, von Müslipackungen über Beipackzettel, Speisekarten, Fahrpläne, Produktbeschreibungen, Informationstafeln und Verkehrsschilder, Werbeplakate, Kleidung, E-Mails, WhatsApp-Sprechblasen bis hin zu Blogs, Zeitungen und Büchern. Die Dekodierungstechnik Lesen ist damit basal erforderlich, um Information zu erschließen und an kommunikativen Prozessen jeden Komplexitätsgrades teilhaben zu können.
Entsprechend seiner Komplexität ist ›Lesen‹ Untersuchungsgegenstand vieler wissenschaftlicher Disziplinen. Dabei agieren wissenschaftliche Akteure häufig isoliert und greifen Aspekte unabhängig voneinander auf, ohne dass Erkenntnisse zusammengeführt oder bereits im interdisziplinären Diskurs erarbeitet würden. Die disparaten disziplinären Erkenntnisse stehen momentan meistens additiv nebeneinander. Leseforschung ist beispielsweise in den Kognitionswissenschaften, den Neurowissenschaften, der Psychologie, den Kommunikations- und Medienwissenschaften, verschiedenen pädagogischen Disziplinen (z. B. Medienpädagogik, Grundschulpädagogik, Erwachsenenpädagogik), in der Fachdidaktik, den Sozial- und Kulturwissenschaften, der Buchwissenschaft, der Linguistik und den Philologien sowie in historischer Perspektive auch in den Geschichtswissenschaften angesiedelt. Dementsprechend facettenreich sind die Forschungsinteressen und -ansätze, wenngleich teilgemeinsame Forschungsschwerpunkte identifiziert werden können. Das Netzwerk führt Fachwissenschaftler und –wissenschaftlerinnen zum forschungsorientierten Austausch über Leseforschung zusammen, die sich begriffs- und modelltheoretisch, empirisch sowie hermeneutisch mit der Kulturtechnik Lesen auseinandersetzen.

Kontakt:
Prof. Dr. Ute Schneider, uschneid@uni-mainz.de

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