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Imprimatur Neue Folge XXVII, München 2021
Herausgegeben von Ute Schneider, 313 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen
ISBN 978-3-447-11638-1

Der vorliegende 27. Band der Neuen Folge enthält 12 Beiträge aus den Themengebieten „Das gebrauchte Buch“ sowie „Sammeln und Gestalten“.
Eingeleitet wird der vorliegende Band mit einer Auswahl von Beiträgen zu einer Tagung, die im September 2018 an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel stattfand und von Daniel Bellingradt, FAU Erlangen, und der Herausgeberin konzipiert wurde. Der internationale und interdisziplinäre Charakter der Tagung spiegelt sich in den beiden britischen Beiträgen, die in diesen Band aufgenommen sind, wider. Kollege Bellingradt hat die Tagung unter dem Titel Das gebrauchte Buch / The Used Book durchgeführt, und er beginnt die Sektion mit wichtigen und kenntnisreichen Überlegungen zur Frage, was unter dem Begriff „gebrauchtes Buch“ zu verstehen ist. Es schließen sich Fallbeispiele für unterschiedliche Zugriffe auf das gebrauchte Buch an. Julia Bangert zeigt die mühsame Organisation des Buchkaufs in der Frühen Neuzeit am Beispiel Herzog Augusts und seiner Buchagenten. Die anschließenden Untersuchungen von Shanti Graheli und Philippe Schmid zeigen die Rezeption von gebrauchten Büchern unter den Gelehrten für ihre Studien. Mona Garloff schließlich widmet sich dem Handel mit gebrauchten Büchern und blickt quellenorientiert auf die Anfänge des Antiquariatsbuchhandels im 18. Jahrhundert.
Der zweite thematische Block ist den Themenbereichen Gestaltung und Sammeln von Büchern vorbehalten. In die Bilderwelten der Frühen Neuzeit nehmen uns Julia Ellinghaus und Sabine Knopf mit.
Die kulturgeschichtliche Vielfalt des Sammelns wird in diesem Jahr zwischen zwei kontrastierenden Sammlungen aufgespannt: Carsten Scholz stellt das Schicksal des ästhetisch wertvollen Buchbesitzes der Duchesse de Berry aus der Epoche der Restauration vor, während die politische Dimension einer Sammlung in der umfangreichen Raubdrucksammlung Albrecht Götz von Olenhusens überaus deutlich wird. Er ist sicherlich der beste Kenner von Raubdrucken mit vermutlich dem größten Bestand in dieser Republik, umso erfreulicher ist es, hier mehr über das Werden seiner Sammlung zu erfahren. Der Beitrag von Michael Wörgötter am Schluß des Bandes führt vor Augen wie eine wiederentdeckte traditionelle Schrift für ihren heutigen digitalen Gebrauch erfolgreich „neu entworfen“ wurde. Wie die Genzsch Antiqua im Digitalsatz anmutet, kann man ab Seite 300 in allen Einzelheiten sehen.

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