Sie sind hier: Startseite > Verlagsarchiv

Mainzer Verlagsarchiv

Das 2009 gegründete Mainzer Verlagsarchiv des Instituts für Buchwissenschaft enthält den Nachlass mehrerer Verlage, die das kulturelle und geistige Leben in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg prägten. Dieses einzigartige Archiv trägt somit zur weiteren Profilierung der Buchwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bei.

Zunächst stellte der Rowohlt Verlag, der älteste deutsche Taschenbuchverlag, sein Archiv zur Verfügung. In Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach (DLA) wurde das Rowohlt Verlagsarchiv aufgeteilt: Entsprechend seiner Spezialisierung auf die deutschsprachige Literatur übernahm das DLA den Bereich Belletristik; nach Mainz gingen die Bereiche Sachbuch, Taschenbuch, Kinder- und Jugendbuch. Darunter sind Autorenkorrespondenzen, Herstellungs- und Marketingunterlagen, Schutzumschläge sowie Belegexemplare.

Dr. Sabine und Kurt Groenewold verkauften 2004 ihre drei Verlage Europäische Verlagsanstalt (EVA), Rotbuch und Syndikat. Die EVA war der erste in den drei Westzonen gegründete sozialistische Verlag. Rotbuch, 1973 vom Verlag Wagenbach abgespalten, hatte als kollektiv geführter Verlag eine Sonderstellung in Deutschland. Um die historische Bedeutung ihres Archivmaterials zu bewahren, überließ das Ehepaar Groenewold ihre Archive – inklusive zahlreicher einzigartiger Manuskripte – als Schenkung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Der Leiter des Instituts für Buchwissenschaft, Univ.-Prof. Dr. Stephan Füssel, akquirierte die Stiftungen für Mainz. Parallel zur formalen Erschließung der Archivalien bietet das Mainzer Verlagsarchiv den Mainzer Studenten die einmalige Möglichkeit, schon im Studium umfassende Einblicke in Archivarbeit und die Arbeitsweise deutscher Verlage zu erhalten. Im Benutzungsraum des Verlagsarchivs finden sowohl Übungen zur Archivkunde als auch Seminare zur Geschichte der hier dokumentierten Verlage statt. Hier können die Studenten wertvolle Schätze der deutschen Verlagsgeschichte heben.

Eine erste Magisterarbeit (zum Kinder- und Jugendbuch im Rowohlt Verlag) ist bereits abgeschlossen, mehrere Magister- und Doktorarbeiten, die sich auf die Bestände des Mainzer Verlagsarchivs stützen, sind in Arbeit. In den nächsten Jahren wird hier außerdem die „Buchhandelsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland“ erstellt werden. Auch externe Forscher und Kulturinstitutionen nutzen das Bild- und Textmaterial des Archivs für Editionen, Ausstellungen und Filme.

Dr. Sabine Groenewold-Stipendium

Das Verlegerehepaar Dr. Sabine und Kurt Groenewold unterstützt durch dieses Stipendium die Erschließung der Archivalien durch akademische Abschlussarbeiten. Studierende, die ihre Bachelor-, Master-, Magister- oder Doktorarbeiten im Mainzer Verlagsarchiv verfassen, können sich jeweils zum 30. Juni und 30. November bewerben.

Ausschreibung

Medienecho

Die Eröffnung des Mainzer Verlagsarchivs fand ein breites Medienecho.

Kontakt

Mainzer Verlagsarchiv
Binger Straße 14-16
55122 Mainz

Tel. 06131-39 39 197 (vormittags)
Fax 06131-39 39 198

 

Cornelia Gisevius (Ansprechpartnerin EVA, Rotbuch, Syndikat)
gisevius(at)uni-mainz.de

Sina Steglich (Ansprechpartnerin Rowohlt)
ssteglic(at)uni-mainz.de

Theresa Benninghaus (Ansprechpartnerin Rowohlt)
benningh(at)uni-mainz.de