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Vortrag von Carlos Spoerhase am 8. Januar 2014

Das Institut für Buchwissenschaft lädt herzlich ein zum Gastvortrag von Dr. phil. Carlos Spoerhase (Institut für Deutsche Literatur, Humboldt Universität Berlin)

Weshalb konnte man Bücher „als Manuskript“ drucken? Über ein medienhistorisches Oxymoron zwischen 1760 und 1830

Mittwoch, 8. Januar 2014, 12-14  Uhr
Philosophicum (Jakob-Welder-Weg 18) P 6

Goethe nennt seinen „West-östlichen Divan“ ein „Manuscript für Freunde“. Zu dem Zeitpunkt, als er diesen Ausdruck verwendet, hat er bereits eine wechselhafte Geschichte hinter sich: In den vorangehenden Jahrzehnten waren Ausdrücke wie „Manuscript für Freunde“ oder „Handschrift für Freunde“ häufig für die Bezeichnung gedruckter Bücher benutzt worden; für die Leser des „Divan“ sind sie aber bereits fremdartig geworden. Die Rekonstruktion der medienhistorischen Genese dieses Modells erlaubt zu erkennen, weshalb die Bezeichnung „Manuscript für Freunde“ für gedruckte Bücher um 1800 noch nicht paradoxal anmutete,  aber zunehmend irritieren musste. Der Eindruck, dass das „Manuscript für Freunde“ sich paradoxerweise auf Gedrucktes beziehe, ist die Konsequenz von medialen Veränderungen, die im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts einsetzen und noch unsere heutige Perspektive auf dieses Model prägen.

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