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Stimmungsvolle Lesung mit Alberto Manguel: Rückschau

Der große Büchersammler Alberto Manguel las am Mainzer Institut für Buchwissenschaft aus seiner Neuerscheinung „Zwei Liebhaber des Schattens“ und begeisterte sein Publikum:

Alberto Manguel macht es sich zwischen einigen Kissen auf dem Sofa bequem und schaltet die Leselampe an, eine flackernde Kerze steht auf dem Tisch und das Tageslicht ist ausgesperrt. Er nimmt ein Buch in die Hand und beginnt zu lesen. Man könnte meinen, dass Manguel einen gemütlichen Abend zu Hause in seiner beeindruckenden Bibliothek verbringt, doch er befindet sich im Hörsaal P 204 der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität und mit ihm über einhundert gespannte Zuhörer, darunter Studierende der JGU Mainz, Mitglieder der Gutenberg-Gesellschaft und zahlreiche Interessierte aus der Region.

Eingeladen wurde Alberto Manguel vom Institut für Buchwissenschaft der JGU Mainz und der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft. Schon die Begrüßungsworte der Organisatorin Christina Schmitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Buchwissenschaft und Geschäftsführerin der Gutenberg-Gesellschaft, machten deutlich, dass Alberto Manguel ein wahrer „Weltbürger ist: geboren in Argentinien, wuchs er in Israel und Buenos Aires auf, lebte u.a. in Kanada und auf Tahiti und ließ sich im Jahr 2000 in einem kleinen Dorf bei Poitiers in Frankreich nieder. Prägend war die Begegnung mit dem großen erblindeten Schriftsteller Jorge Luis Borges, dem Manguel vier Jahre lang als Vorleser diente. Berühmt wurde Manguel vor allem mit seinem Werk „Eine Geschichte des Lesens“, in dem seine Liebe zu Büchern ebenso deutlich wird wie in dem später erschienenen Werk „Die Bibliothek bei Nacht“. Letzteres ist gerade Lektüre in einem Seminar zu Bibliotheken als Institutionen der Buchkultur und gab den Anstoß für die Einladung.

Nach einigen Kostproben aus seinen neu erschienenen Kurzromanen „Ein allzu penibler Liebhaber“ und „Die Rückkehr“, die Manguel auf Deutsch vorlas und kommentierte, durften sich die Gäste auf eine rege Gesprächsrunde freuen, die von den Studierenden Lara Hoffmann, Claudia Voigtländer und Florian Schneider moderiert wurde. Dabei interessierte die Gäste besonders, wie sich die Zusammenarbeit mit seinen Verlagen gestaltet und wie Manguel den Stoff für seine wunderbaren Geschichten findet und entwickelt. „Eigentlich bin ich ein Leser, der auch ein bisschen schreibt“, so charakterisiert sich Manguel selbst. Die meisten seiner Werke schreibt er auf Englisch, doch wechselt er gelegentlich ins Spanische, wenn es die Geschichte erfordert – so geschehen in „Die Rückkehr“, die den argentinischen Bürgerkrieg thematisiert und deshalb in einem argentinischen Spanisch der Zeit geschrieben ist, um so authentisch wie möglich zu sein.

Im Anschluss an die Veranstaltung stand Manguel für Einzelgespräche zur Verfügung und gab bereitwillig Autogramme mit persönlicher Widmung. Seine beiden Kurzromane erschienen am 21.02.2013 im Band „Zwei Liebhaber des Schattens“ beim S. Fischer Verlag in Frankfurt.

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