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Interdisziplinäre Tagung „Novel—Seeming—Goods. Future(s) Of The Anglophone Novel, 23./24. September

Interdisziplinäre Tagung „Novel—Seeming—Goods. Future(s) of the Anglophone Novel, 23./24. September

Seit geraumer Zeit findet die Frage nach der relativen Bedeutung und der Zukunft des Romans sowohl als Form kulturellen Erzählens sowie als materielles Gut im englischsprachigen Raum  wachsendes Interesse. Zwischen Fragen nach der Viabilität des gedruckten Buches im Zeitalter der Digitalisierung und der Rolle literarischen Erzählens in Zeiten von, insbesondere, TV-Serien und Videospielen mit erzählerischem Anspruch erscheint der Roman vielen Beobachtern als obsolet. Die interdisziplinäre Tagung Novel-Seeming-Goods wird sich dem Komplex von Fragen widmen, die mit einer Analyse der Rolle des Romans im englischsprachigen Raum der Gegenwart einhergehen. Die Tagung sich dem Phänomen aus vier Perspektiven nähern. Unter der Perspektive „novel“ wird der Roman in seiner Entwicklung als vorherrschende literarische Form im 21. Jahrhundert betrachtet und in seiner formal-inhaltlichen Wandlung betrachtet. Unter der Perspektive des „novel seeming“—wie ein Roman erscheinend—werden alternative Formen narrativer Fiktionalität betrachtet, etwa in Fernsehserien oder Graphic „Novels“, und ihre Beziehung zum Roman beleuchtet. Zwei andere Perspektiven nähern sich dem Roman als Ware: als „novel (as) good“. Hier werden Produktions- und Distributionsfragen in den Vordergrund gerückt, in denen die Idee des Romans als Vermarktungs- und Verkaufsinstrument von Bedeutung ist, und zu inhaltlichen Fragen in Beziehung gesetzt. Auf der anderen Seite wird über die Doppelbedeutung von „novel“ aber auch im Sinne „novel-seeming goods“ die oft nur scheinbare Neuartigkeit heutiger Romanformen analysiert werden, also die Romanvermarktung, seine Inszenierung, sowie die Leserinnen- und Käuferinnenperspektive.
Durch die gesamte Tagung zieht sich also die Frage nach der Rolle des Romans sowohl als Praxis literarischen Schaffens wie als immer wieder evozierter Prüfstein verschiedenster Formen fiktionalen und nichtfiktionalen Erzählens, eine Frage, die letztlich nur im interdisziplinären Diskurs zu klären ist. So, wie der Roman unter dem Druck neuerer Erzählform einem internen Wandel ausgesetzt ist, so verändern radikale Umbrüche in der anglophonen Verlagswelt die Entstehungs- und Produktionskontexte von Literatur. Aus diesem Grund soll die Tagung die Perspektiven anglophoner Literaturwissenschaft und Buchwissenschaft vereinen, und so die weiterhin zentrale Frage klären, welche Rolle der Roman im kulturellen Gefüge der Gegenwart spielt, und welche Rolle er in einem sich wandelnden Buchmarkt in der Zukunft spielen wird.

Die Tagung wird unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Organisation:
Dr. Tim Lanzendörfer, Institute for Transnational American Studies, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz
Dr. Corinna Norrick-Rühl, Institut für Buchwissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz

Johannes Gutenberg-Universität
55099 Mainz
novelseeminggoods2016@uni-mainz.de

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