Band 7

Die Antiqua-Fraktur-Debatte um 1800 und ihre historische Herleitung

Christina Killius

Geb., 488 S., 72 Abb. 1998. ISBN 3-477-03641-1. 168 DM

Die jahrhundertealte Vorherrschaft der Fraktur geriet zwischen 1785 und 1810 – in der kurzen Zeit des Klassizismus in Deutschland – ins Wanken, da nur die geraden, klaren Formen der Antiqua den klassizistischen Idealen und den Erfordernissen einer zunehmend rationaleren, wissenschaftlichen Welt zu entsprechen schienen. Frakturbefürworter argumentierten mit der Reformierbarkeit der Fraktur im Sinne klassizistischer Formideale. Das Eintreten für oder gegen eine Schrifttype war oft auch politisch, national, philosophisch und weltanschaulich begründet. Bei Druckern und Verlegern überwogen wirtschaftliche Erwägungen. Der Schriftstreit erfaßte weite Kreise: Schriftsteller, Gelehrte, Fachleute des Buchgwerbes, aber auch eine interessierte literarische Öffentlichkeit. Killius analysiert die Debatte, erörtert die Motive der Beteiligten und betrachtet den Streit in seinem kulturhistorisch und buchwissenschaftlichen Zusammenhang.