22_GutzkowHrsg. von Wolfgang Lukas und Ute Schneider.

Wiesbaden: Harrassowitz 2013 (Buchwissenschaftliche Beiträge. 84), 239 Seiten, broschiert, € 46

ISBN 978-3-447-06980-9

Karl Gutzkow ist als einer der produktivsten Autoren des 19. Jahr­hun­derts in die Literaturgeschichte eingegangen. Als erfolgreicher Berufsschriftsteller ist er heute über sein umfangreiches Œuvre hin­aus auch als Repräsentant eines neuen spezifischen Autorentyps zu verstehen, der auf die aktuellen Entwicklungen des literarischen Lebens wie des Buch­marktes kontinuierlich reagieren musste und das Tätigkeitsfeld des professionellen Autors er­weiterte, indem er sowohl aktuelle Medien bediente als auch neue Genres nutzte und neue Schreibweisen  praktizierte. Als Roman- und Theaterautor ebenso wie als Publizist, Essayist und Zeit­schriften­herausgeber setzte er sich mit nahezu sämtlichen relevanten Aspekten – politi­schen, ökonomischen, religiösen, kulturellen und ästhetischen – einer sich rapide wandeln­den Gesellschaft produktiv auseinander. Auch die Entwicklungen auf dem Buchmarkt und in der Verlagsbranche, die durch drucktechnische Innovationen ebenso wie durch sich veränd­ernde Publikums­inter­essen gekennzeichnet waren, begleitete er mit kritischen Kommen­taren. Der interdisziplinär angelegte Tagungsband untersucht Gutzkow in literatur-, sozial- und mediengeschichtlicher Perspektive als Prototyp eines Autors unter den Bedingungen einer dynamischen, sich aus­differenzierenden bürgerlichen Gesellschaft und nimmt ihn in seinen verschiede­nen Rollen als Literat, Publizist, Theoretiker und Wissensvermittler in den Blick.