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Lesen als kulturelle Praxis unterliegt spätestens seit der Aufklärung sozialen Normen, die wandelbar sind und im epochalen Kontext jeweils spezifische Erwartungshaltungen in der Gesamtgesellschaft oder in einzelnen sozialen Schichten und Milieus auslösen. Im Zusammenhang mit den sozialen Bedingungen und Auswirkungen des Lesens bildeten sich unterscheidbare Lesestoffe, die soziale Distinktion, die Konstitution von Gruppenidentitäten oder das Entstehen von Öffentlichkeit ermöglichten.

Am Mainzer Institut für Buchwissenschaft werden in historischer Perspektive in erster Linie Forschungsfragen bearbeitet, die sich auf diese soziale Funktion des Lesens und die entsprechend präferierten Lesestoffen beziehen. Über die historische Dimension hinaus wird die Buchnutzung innerhalb der aktuellen Mediennutzungsforschung analysiert, wobei sowohl motivationale wie auch kontextbezogene Ansätze zum Tragen kommen. In diesem Zusammenhang wird nach der Verbreitung von Büchern und der Lesefähigkeit gefragt. Der Wandel des Lesens vor dem Hintergrund der Ausbreitung digitaler Lesemedien und damit einhergehende Veränderungen im Prozess der Lesesozialisation werden thematisiert. Darüber hinaus werden auch alternative Buchnutzungsformen untersucht, wie etwa das Verschenken, Aufbewahren oder der rein symbolhafte Gebrauch von Büchern.

Publikationen (Auswahl)

  • Bläsi, Christoph/Kuhn, Axel: Lesen auf mobilen Lesegeräten 2011. Ergebnisse einer Studie zum Lesen digitaler Texte. In: Media Perspektiven 12/2011, S. 583-591. URL:http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/12-2011_Kuhn_Blaesi.pdf
  • Pleimling, Dominique: Social Reading – Lesen im digitalen Zeitalter. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Nr. 41-42 vom 8. Oktober 2012. S. 21-27. (online: http://www.bpb.de/apuz/145378/social-reading-lesen-im-digitalen-zeitalter?p=all)
  • Schneider, Ute: Forschungsgeschichte des Lesers. In: Medienwissenschaft. Ein Handbuch zur Entwicklung der Medien und Kommunikationsformen. Hrsg. von Joachim-Felix Leonhard, Hans-Werner Ludwig, Dietrich Schwarze und Erich Straßner. 1. Teilband. Berlin, New York: Walter de Gruyter 1999, S.583-591.
  • Schneider, Ute: Buchkäufer und Leserschaft. In: Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert. Bd. 2: Weimarer Republik. Teil 1. Hrsg. von Ernst Fischer und Stephan Füssel. München: Saur 2007, S. 149-196.
  • Schneider, Ute: Anomie der Moderne. Soziale Norm und kulturelle Praxis des Lesens. In: Sinn und Unsinn des Lesens. Gegenstände, Darstellungen und Argumente aus Geschichte und Gegenwart. Hrsg. von Sandra Rühr und Axel Kuhn. Göttingen. v&r unipress 2013, S. 143-157.
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