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2010 Schweden und Estland

Prof. Dr. Dr. h.c. Elmar Mittler, WS 2009/2010

Unsere Gruppe

Unsere Gruppe

Auch im Wintersemester 2009/2010 führte Prof. Mittler wieder eine einwöchige Exkursion zu Bibliotheken durch: diesmal ging es in den hohen Norden – rund 30 Studierende machten sich auf den Weg in den Schnee, um die Bibliotheken von Schweden und Estland zu erkunden…

Stockholm, 1. Tag

Unsere Reise begann am 21. März 2010 auf dem Frankfurter Flughafen, wo wir mit gut einer Stunde Verspätung in das noch winterlich verschneite Stockholm aufbrachen. Von einem „warm welcome“ in Schweden konnte man wahrlich nicht sprechen, denn wir wurden in Stockholm von eisigen Schneestürmen begrüßt, die den schönen freien Nachmittag zur Erkundung der Stadt zu einem Überlebenstraining werden ließen. Es blieb uns also nichts anderes übrig als ein gemütliches Restaurant aufzusuchen, um Stockholm schlemmend kennenzulernen.
Abends im sehr einfachen Hostel richteten wir es uns in unseren 6-Bett-Zimmern so gut es ging ein und träumten von besserem Wetter.

Stockholm bei NachtUnsere Gruppe im Schnee

Stockholm, 2. Tag

Die Königliche Bibliothek Stockholm

von Tina Seibert

Lesesaal der Königlichen Bibliothek

Lesesaal der Königlichen Bibliothek

Gespannt auf das Erkunden der ersten Bibliotheksbestände, geblendet vom unerwartet schönen Wetter (Träume werden wahr …) und verliebt in Stockholm bei Sonnenschein machten wir uns auf zu unserer ersten Station: Die „Kungliga Biblioteket“.

Die Königliche Bibliothek, die Nationalbibliothek Schwedens, hat sich zur Aufgabe gemacht das gesamte schwedische Kulturerbe zu sammeln und zu bewahren. Nach einem Gesetz von 1661 geht von jedem Druckwerk des schwedischen Kulturraums ein Pflichtexemplar an die Nationalbibliothek; das umfasst unter anderen alle Übersetzungen von „Pipi Langstrumpf“ und jeden schwedischen Ikea-Katalog. Teil der Bestände sind auch Personenarchive, beispielsweise von Astrid Lindgren oder August Strindberg. Das wertvollste Werk, gut verwahrt im unterirdischen Magazin, ist der Codex Gigas, auch genannt die „Teufelsbibel“, die wir aber leider nicht zu sehen bekamen.
Mit diesen Informationen und noch viel mehr versorgte uns Dr. Otfried Czaika, Theologe und tätig im Bereich der Forschung, mit einer kurzen Einführung. Er stellte uns auch mit kollegialer Unterstützung die Altbestände vor. Gestenreich, stolz und eindeutig begeistert führten sie uns durch die frühe Buchgeschichte Schwedens. Sie erzählten so lebendig und mitreißend, dass wir gar nicht genug bekommen konnten. Neben der „Dennmärkische, schwedische und norwägische Chronika“ von Albert Kranz präsentierten sie viele weitere Werke aus dem 16. Jahrhundert, wie unter anderem Luthers „Pater Noster“ (1519) oder das Werk Aristoteles‘ in Latein, gedruckt in Basel 1538.

Mittagsbuffet

Mittagsbuffet

Nach dem deutschsprachigen Vortrag über die Altbestände folgte eine englische Präsentation über die Plakatsammlung der Königlichen Bibliothek, die 600.000 Exemplare umfasst. Olof Halldin bot mit seiner Auswahl einen farbenfrohen und vielseitigen Einblick in die Geschichte der Plakatgestaltung und damit auch in die Zeitgeschichte Schwedens.
So schnell waren 2,5 Stunden – gefüllt mit neuen Eindrücken und vielen Informationen – vergangen. Aber Wissensaufnahme macht ja bekanntlich auch hungrig und so brachen wir auf zum Mittagsessen. Dr. Czaika hatte für uns ein tolles Restaurant mit einem gigantischen Mittagsbuffet reserviert.

In den 30 Minuten, die wir zum Essen Zeit hatten, versuchten wir so viele der Köstlichkeiten wie möglich in uns hinein zu stopfen – kein Wunder, dass wir mit überfüllten Bäuchen hinterher kaum aufstehen konnten! Aber unsere nächsten Gastgeber erwarteten uns schon:

Königliche Bibliothek – Abteilung für audiovisuelle Medien der schwedischen Nationalbibliothek

von Katrin Reißenberger

Die Abteilung audiovisuelle Medien der schwedischen Nationalbibliothek, das frühere Nationalarchiv, befand sich nur wenige Gehminuten entfernt. Mittels Powerpoint-Präsentation und Vortrag auf Englisch wurde uns näher gebracht, was hier wie gesammelt und archiviert wird. Die Aufgabe des Archivs ist das Sammeln und Zugänglichmachen von Tonaufzeichnungen und bewegtem Bild. Die Bestände setzen sich hauptsächlich aus Pflichtexemplaren, die seit 1979 eingereicht werden müssen, und Schenkungen zusammen. Bisher wurde noch nicht gesetzlich festgelegt, dass das Archiv auch Online-Publikationen sammeln muss, es wurde aber schon damit angefangen, sie herunterzuladen und zu speichern.Insgesamt gibt es im Archiv ungefähr 8 Millionen Stunden Film, Fernsehen, Radio, Discs, Video und Multimedia in über 50 verschiedenen Formaten. Beispielsweise werden die Programme aller schwedischen Radio- und Fernsehsender hier archiviert. Um die Aufnahmen zugänglich zu machen, wird eine große Datenbank, die Swedish Media Data Base benutzt. Ausgewählte Schätze aus der Sammlung wurden uns vorgeführt, unter anderem die erste Tonaufnahme in schwedischer Sprache, Ausschnitte der ersten Filme und ein Ausschnitt aus einem Inga-Lindström-Film. Nach dem Vortrag durften wir in Gruppen die Digitalisierungsabteilung besichtigen und konnten dabei zusehen, wie Audio- und VHS-Kassetten in digitale Formate überführt werden. Für die Digitalisierung von VHS-Bändern verwendet das Archiv eine Art selbstkonstruierten Roboter, der 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche jeweils 12 Kassetten gleichzeitig digitalisiert. Gerade war er dabei, das schwedische Fernsehen von 2001 ins mpeg2-Format umzuwandeln.

Das Reichsarchiv

von Markus Didam

Handschriftenfragmente im Reichsarchiv

Handschriftenfragmente im Reichsarchiv

Nach der Besichtigung der Königlichen Bibliothek ging es gleich weiter per Linienbus zum Riksarkivet im Stockholmer Stadtteil Marieberg. Offiziell gegründet 1618, hat es bis heute die Hauptaufgabe, die Archive des schwedischen Parlaments und allgemein der staatlichen Institutionen zu sammeln und zu erhalten. Im Reichsarchiv finden sich Dokumente von der Anfangszeit des schwedischen Königreiches bis heute. Das älteste Stück, eine Pergamentseite aus einem englischen Messbuch, wurde am Ende des zehnten Jahrhunderts verfasst. Vorhanden sind also nicht nur schwedische Schriften, sondern darüber hinaus auch Dokumente in deutscher, finnischer und baltischer Sprache, die z.B. durch Eroberungen in schwedischen Besitz gelangt sind.

Das Reichsarchivgebäude, das wir besuchten, wurde 1968 erbaut und bietet größtenteils in unterirdischen Magazinen, die sechs Stockwerke tief reichen, Platz für ungefähr achtzig Kilometer an Regalen. Da wir nur eine Stunde Besuchszeit für das Reichsarchiv eingeplant hatten und unseren Bus nach Uppsala erwischen mussten, beschränkten wir uns auf Aspekte, die in buchwissenschaftlicher Hinsicht von besonderem Interesse waren: wir durften einen Blick auf einige Pergamentfragmente werfen, die aus der zweitausend Stücke umfassenden Fragmentsammlung des Reichsarchivs für uns ausgewählt wurden. Wir sahen meist religiöse Texte, darunter Seiten der 42-zeiligen Gutenbergbibel, aber auch Kalender und Fragmente aus Rechnungs- und kanonischen Rechtsbüchern. Zum Teil waren die Stücke mehrfach überschrieben worden, um Pergament zu sparen.
Unser Besuch im Riksarkivet war zwar nur sehr kurz, aber von großem Interesse, weil wir wertvolle Fragmente aus unmittelbarer Nähe sehen durften.

Reise nach Uppsala

von Katrin Reißenberger

Schneeengel in Uppsala

Schneeengel in Uppsala

Nach dem Besuch im Reichsarchiv hatten wir zum Glück unsere Reiseleiterin Christina und damit die Orientierung wieder. Christina und Prof. Mittler hatten, während der Rest der Gruppe in alte Handschriften vertieft war, ihr ganzes organisatorisches Geschick aufgebracht, um einer Teilnehmerin die vorzeitige Heimreise zu ermöglichen. Auf dem Rückweg zum Stockholmer Bahnhof konnten wir uns also wieder darauf verlassen, dass jemand den Weg kannte und mussten nicht mehr selbst Straßenkarten und Busfahrpläne verstehen. Ohne Probleme fanden wir also unser Gepäck wieder und konnten mit dem Überlandbus weiter nach Uppsala fahren. Dort angekommen zerrten wir unsere Koffer durch Schneematsch und Streusplit zum Hotel und freuten uns (nach der Nacht im Hostel) über jeweils ein eigenes Bad pro Doppelzimmer. Den Abend verbrachten wir in kleineren Gruppen, zum Teil bestand das Abendprogramm nur aus schnell-irgendwo-was-essen und dann schlafen, für andere wurde der Besuch einer Pizzeria dann doch länger als gedacht und animierte zu einer nächtlichen Erkundung der Stadt

Und bei der Rückkehr ins Hotel staunte der Nachtportier nicht schlecht, dass Gäste um drei Uhr früh die Sauna für den nächsten Morgen um sieben Uhr reservierten. Aber wenn man schon mal die Gelegenheit hat…

Uppsala, 3. Tag

Das Frühstück am nächsten Morgen war, laut einer repräsentativen Umfrage unter mindestens fünf Teilnehmern, das beste der ganzen Exkursion, denn am Buffet im Hotel Linné blieben keine Frühstückswünsche offen.

Universitätsbibliothek Uppsala

von Eva Lönne

Prof. Göranson, Universitätsbibliothek Uppsala

Prof. Göranson, Univ.-Bibliothek Uppsala

Mit Sack und Pack ging es am zweiten Morgen in Schweden entspannt und mit vollem Magen los auf den Weg zur Unibibliothek in Uppsala. Den Berg hinauf und Uppsala hinter uns sind wir schnell am heutigen Besichtigungsziel angekommen. Freundlich wurden wir im Linné-Zimmer – eingerichtet ganz im Stil des 18. Jahrhunderts – mit Kaffee und einer kleinen Stärkung herzlich empfangen. Nach einer kurzen Begrüßung führte uns der Direktor der Bibliothek, Prof. Ulf Göranson, durch sein persönliche Arbeitszimmer mit Ausblick auf Uppsala in den Prunksaal der Bibliothek, der seinem Namen alle Ehre machte: ein üppiger Kronleuchter, weiße vollgestellte Regale, oben eine kleine Galerie.. und wieder der Ausblick auf Uppsala.

Prof. Göranson, Universitätsbibliothek UppsalaZur weiteren Einstimmung berichtete Dr. Krister Östlund über die Uni Uppsala, die älteste Universität Skandinaviens, und die dazugehörigen 14 Bibliotheken. Laila Österlund und Håkan Hallberg zeigten uns eine Präsentation ausgewählter Handschriften, bei denen wohl für jeden etwas dabei war: bunte Stickereien, der Inhalt reichlich verziert und vergoldet auf dem Schnitt. Beeindruckend war auch jenes Exemplar, mit dem Kopernikus während seines Studiums in Krakau arbeitete – inklusive persönlicher Eintragungen – oder das Handbuch von G. Bodoni. Danach durften wir abermals Platz nehmen und den Ausführungen von Uwe Klosa und Karin Meyer Lundén lauschen, die uns über das Electronic-Publishing-Centre informierten, im Speziellen über das Programm DIVA und im Allgemeinen über die Förderung von Open-Access-Publizierung. DIVA, das in Uppsala entwickelt und heute noch von dort aus betrieben wird, startete 2003 mit sechs Universitäten. Heute sind es bereits 26 Unis und weitere Hochschulen, die durch DIVA vernetzt sind. Die älteste Doktorarbeit, die hier online abrufbar ist, stammt aus dem Jahr 1602.

Völlig überrascht über die kostenfreie und wirklich köstliche mittägliche Bewirtung und abermals gut gestärkt wurden wir schließlich in die im Erdgeschoss stattfindende Ausstellung geführt. Durch Panzerglas geschützt und in gedämpftem Licht konnten wir dann die Silver Bible – auch genannt Codex argenteus – bestaunen; eine sehr frühe Bibelübersetzung, die wahrscheinlich in Italien zu Beginn des 6. Jahrhunderts mit silbrig anmutender Tinte – daher der Name – geschrieben wurde und wohl eines der wertvollsten Bücher Schwedens ist. Wie gut, dass sie 1997 nach einem Raub in der Stockholmer U-Bahn wiedergefunden wurde …

Auf zur Fähre

von Katrin Reißenberger

Nach dem Besuch der Unibibliothek in Uppsala ging es direkt mit dem Bus wieder zurück nach Stockholm und dort vom Hauptbahnhof mit der Metro Richtung Fährhafen. Nachdem nach einem kurzen Hin und Herr jeder ein Fährticket in der Hand hielt und die Kabinenbelegung geklärt war, mussten wir nur noch am Schiffsmaskottchen und der Fotografin vorbei und konnten an Bord der Baltic Queen gehen. Dort besichtigten wir zuerst die Kabinen, in denen wir die Nacht verbringen sollten und waren erstaunt, dass man auf gerade mal acht Quadratmetern (gefühlt: 2m²) nicht nur vier Betten, sondern auch einen Tisch, einen Hocker, eine Garderobe mit Spiegel und Ablage sowie ein Bad mit Waschbecken, Dusche und Toilette unterbringen kann. Vor allem diese Bäder sind echte Multifunktionswunder, man kann dort nämlich auf der Toilette sitzend duschen und auf Wunsch auch noch gleichzeitig am Waschbecken Zähne putzen! Man kann sich ungefähr vorstellen, wie eng es wurde, als in jeder dieser Kabinen auch noch vier Koffer und ihre Besitzer untergebracht werden mussten. Es erforderte einiges an logistischem Geschick, dort für eine Nacht zu wohnen. Dank buntem Unterhaltungsprogramm wie Varieté oder Karaoke und zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten hatte der Abend auf der Fähre nicht den Hauch einer Chance, langweilig zu werden…

Nachtleben auf der Baltic Queen

von Sandy Holzer

Picknick auf der Fähre

Picknick auf der Fähre

Zum ersten Mal seit unserer Ankunft in Stockholm hatten wir wirklich viel freie Zeit zur Verfügung. Allerdings mussten wir schnell feststellen, dass das Schiff zuerst nicht unseren Erwartungen entsprach. Außer dem Supermarkt, der hauptsächlich Alkohol und Zigaretten verkaufte, gab es keine wirklich günstige Alternative, um den Hunger zu stillen. Und die Suche nach Essen gehörte von Anfang an zu einer der grundlegendsten Problematiken. Erst die Erkenntnis, dass eine Palette Foster‘s Dosenbier nur unschlagbare 10 € kostete, stimmte uns wieder versöhnlich. Es heißt doch, dass drei Bier auch eine Mahlzeit sind.

Je später der Abend wurde, desto schneller transformierte die Fähre zu einer berüchtigten Disco-Location, die sich ihren Weg durch die Eisschollen bahnte. In nahezu jeder zweiten Kajüte fand eine Party statt, die sich aufgrund der Enge sowohl auf den Flur als auch auf den gesamten Rest des Schiffes ausdehnte. Das Foster’s Bier verbreitete gute Laune und machte uns den Weg frei in die Herzen der Schweden und Esten, mit denen wir interessante Gespräche führten. Über was? Natürlich über Bibliotheken.

Tallinn, 4. Tag

Vereiste Ostsee

Vereiste Ostsee

Nachdem wir also 15 Stunden erholsam in unseren Kaninchen-Kajüten geschlummert hatten, kamen wir in Estlands frostiger Hauptstadt Tallinn an. Schon auf dem Schiff hatten wir festgestellt, dass der Begriff Eismeer treffender ist, um die Ostsee zu beschreiben.

Am Hafen verstauten wir unser Gepäck in Schließfächern und machten uns auf den Weg die Tallinner Universität zu besuchen.

 

Die Universität von Tallinn

von Sandy Holzer

Nach einer kurzen Pause, die viele von uns dazu nutzten, den Park zu besichtigen, der unter einer dichten, weißen Schneedecke begraben das farbenprächtige Schlossmuseum einrahmte – ein Wintermärchen – aßen wir in der universitätseigenen Mensa zu Mittag. Kurz darauf wurden wir von der führenden Buchwissenschaftlerinnen des Landes, Tiiu Reimo, begrüßt. Sie gab in einem spannenden Vortrag Einblicke in die Kultur und die Buchdrucker Revals im 17. Jahrhundert. Obwohl „ihr Deutsch nicht so gut ist, dass sie gleich erzählen kann“, wie sie selbst zugab, war ihre Sprache wirklich leicht verständlich. An dieser Stelle muss anerkennend erwähnt werden, welche Mühe sich die Gastgeberin für uns machte. Wir waren beeindruckt!Um näher auf das Bild der Buchdrucker in dem damaligen Jahrhundert eingehen zu können, begann Tiuu Reimo mit einer Einführung in die Zeit, in der Tallinn noch Reval hieß. Angefangen von einem Überblick über die Schulen, Kirchen bis hin zur Gesellschaft wurden uns die regionalpolitischen und wirtschaftlichen Aspekte des 17. Jahrhunderts nahe gebracht. Revals erster Buchdrucker war der aus Stockholm eingewanderte Christoph Reusner, der seine Buchdruckerei 1634 in der Hauptstadt eröffnete. Bemerkenswert an seinen Nachfolgern ist, dass sie eine Gemeinsamkeit haben: Reusners Witwe. Auch Adolph Simon war einer ihrer Ehemänner. Unter ihm wurden im Jahre 1672 zum ersten Mal Verlagstätigkeiten schriftlich festgehalten. In der Präsentation wurden auch mehrere Abbildungen von Druckschriften gezeigt, die uns einen Aufschluss über die Buchgestaltung gaben. Überraschend war sicher der große Anteil an deutschen Drucken, der vor allem daraus resultierte, dass zu diesem Zeitpunkt nahezu 50 % der Bevölkerung Revals Deutsche waren. In ihrer Zusammenfassung am Ende verdeutlichte Tiiu Reimo noch einmal, welchen Einfluss die Revaler Buchdruckereien auf die Ausbreitung der Lese- und Schreibfähigkeit hatte. Aber nicht nur das. Sie förderten auch die Entwicklung der estnischen Sprache als Literatursprache und prägten demnach nicht nur die Geschichte des jungen Estlands, sondern auch maßgeblich das heutige Gesicht der Nation.Danach verließen wir die Universität und machten einen kleinen Spaziergang in Richtung Bibliothek:

Akademiebibliothek Tallinn

von Amelie Ullrich

In der Akademiebibliothek in Tallinn erwartete uns unsere engagierte Gastgeberin Katrin Kaugver in einem neu renovierten Gebäude mit den modernsten Arbeitsplätzen, die man sich nur vorstellen kann. Angefangen mit 1.800 Büchern hat die Bibliothek mittlerweile 2.6 Millionen Exemplare in ihren Beständen und richtet sich ausschließlich an Studenten und Intellektuelle. Nicht nur die Vielfalt der Werke erstaunte uns, sondern auch ihre Geschichte, denn der älteste Teil, die Bibliothek der Olaikirche, lässt sich auf das 16. Jahrhundert datieren. Gegründet von deutsch-baltischen Literaten, auf die auch der Kernbestand zurückzuführen ist, kann die Akademiebibliothek heute 45 Inkunabeln ihr Eigen nennen. Ein Drittel der alten Bestände, welche sich in Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Noten und Karten aufteilen, ist auch elektronisch vorhanden.
Zu unserer großen Freude können die Bibliothekare auf eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit mit deutschen Forschern zurückblicken und sie würden auch sehr die Zusammenarbeit mit deutschen Studenten begrüßen. Denn die Stadt Reval/Tallinn war eine Gründung deutscher Kaufleute, die deutsche Kultur gehört zu den Wurzeln der estnischen und viele Schriften sind bis ins 20. Jahrhundert nur auf Deutsch vorhanden. Erstaunt erfuhren wir, dass die estnische Nationalbibliographie in den ersten Jahrhunderten weitgehend Teil der deutschen sein könnte, – wer weiß, vielleicht hat jemandem aus unserem Kreis die Reise so gut gefallen, dass der Wunsch der Esten nach deutschen Studenten schneller wahr wird, als diese je zu träumen gewagt hätten.

Reise nach Tartu

von Carolin Madeja

Nachdem wir uns herzlich bedankt und verabschiedet hatten, legten wir noch einen kurzen Fußmarsch zum Hafen zurück, um dann in den eigens für unsere Gruppe gemieteten Bus nach Tartu zu steigen. Während die Einen die Fahrt dorthin zum Schlafen nutzten, gingen Andere mehr oder weniger erfolgreich auf Elchschildjagd ;-)…
Im Hotel in Tartu erwarteten uns dann im Vergleich zur Fähre RIESIGE Zimmer und eine interessante Wandbemalung…Zu großen Aktivitäten waren wir nach diesem langen Tag aber nicht mehr fähig. So verbrachten wir einen ruhigen Abend im Hotel, um am nächsten Morgen nach dem Frühstück im Hotel-Pub fit und gestärkt die Universitätsbibliothek von Tartu zu besichtigen.

Tartu, 5. Tag

Universitätsbibliothek Tartu

von Mareike Riebel

Malle Ermel präsentiert Raritäten

Malle Ermel präsentiert Raritäten

Am fünften Tag unserer Exkursion machten wir uns nach dem Frühstück zu Fuß auf zu der nahegelegenen Universitätsbibliothek von Tartu. Dort wurden wir sehr freundlich von Malle Ermel empfangen. Sie hatte unser dreistündiges Programm organisiert.
Der erste Teil unseres Programms bestand aus einer Führung durch die Universitätsbibliothek. Ilona Smúskina führte uns durch das Gebäude und erzählte uns gleichzeitig die wichtigsten historischen und aktuellen Fakten. So erfuhren wir, dass die Universitätsbibliothek die älteste Bibliothek Estlands ist. Sie wurde 1632 zeitgleich mit der Universität gegründet. Seitdem musste die Bibliothek schon ein paar Mal umziehen. In dem heutigen Gebäude befindet sich die Bibliothek seit etwa 30 Jahren und zurzeit finden überall Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten statt. Der erste Eindruck der Bibliothek ist sehr freundlich, hell und es herrscht eine gute Arbeitsatmosphäre. Insgesamt hat die Universitätsbibliothek Tartu einen Bestand von etwa 4,5 Millionen Büchern. Diese sind auf fünf Stockwerken verteilt und werden täglich von etwa 2.000 Lesern benutzt. Eine Besonderheit der Bibliothek ist die Musikabteilung, die eine der besten Sammlungen Estlands enthält.
Nachdem wir durch die Führung einen ersten Eindruck von der Bibliothek gewonnen hatten, wurden wir anschließend unter die Erde, ins Magazin, geführt. Dieses zieht sich über drei unterirdische Stockwerke. Tiiu Täpsi führte uns durch die Reihen voll mit Büchern und erklärte uns, dass die Bestände der Bibliothek schon viel älter sind als die Bibliothek selbst. Die Bestände wurden entweder zugekauft oder stammen aus Schenkungen. So hinterließ zum Beispiel der erste Direktor der Bibliothek, Karl Morgenstern, der Bibliothek seine aus 6000 Büchern bestehende Privatsammlung. Außerdem ist die Universitätsbibliothek die älteste Pflichtexemplarbibliothek Estlands. Seit 1955 besteht in Estland ein neues Pflichtexemplargesetz. Danach müssen von jedem gedruckten Buch acht Pflichtexemplare abgegeben werden.
Zum Abschluss dieses Punktes unseres Programms wurde uns noch ein Einblick in die Raritätensammlung gewährt. Unsere Führerin betonte dabei, dass diese Sammlung kein Museum darstellt, sondern von den Lesern benutzt werden dürfe. Als Beweis zeigte sie uns zwei Bücher, die vor kurzem ausgeliehen waren und nun darauf warteten wieder an ihren Platz gestellt zu werden. Besonders stolz ist die Bibliothek auf ihre Sammlung alter Karten Estlands, die die beste im baltischen Raum ist. Zwei besondere Exemplare wurden uns gezeigt: ein Atlas, den Katharina I. 1745 in Auftrag gegeben hatte, und der erste estnische Atlas (1798).

Nach diesen Führungen hörten wir einen Vortrag von Malle Ermel mit dem Thema „Altes Buch in der Universitätsbibliothek Tartu“. In diesem Vortrag erläuterte uns die Referentin sehr anschaulich, was für Schätze sich in der Rara-Sammlung der Bibliothek verbergen. Ein paar dieser Schätze hatte sie uns zum Betrachten mitgebracht. So sahen wir zum Beispiel die prachtvolle, mit blauem Samt ummantelte Gründungsurkunde der Bibliothek, die Alexander I. unterschrieben hatte. Auch ein sehr großes Goldsiegel gehört dazu. Ein weiteres Beispiel war die erste estnische Bibelausgabe. Diese wurde 1739 gedruckt, die Übersetzung ins Estnische dauerte fast ein Jahrhundert! Beeindruckend waren auch die Beispiele für die Einbandkunst. Besonders in Erinnerung geblieben ist dabei ein Druck auf Seide. Dieser kostbare Druck erschien zum Anlass der 50jährigen Promotion von Karl Morgenstern. Zum Abschluss des Vortrages warf die Referentin einen Blick in die Gegenwart mit den neuen technischen Herausforderungen und Möglichkeiten. So betreibt die Bibliothek ein Digitalisierungsprojekt und ist Mitglied in einem Bibliotheksnetz, das E-Book on demand für die Nutzer der Bibliotheken bereitstellt.

Die ehemalige Domkirche

Die Führungen waren so spannend, dass wir völlig die Zeit vergaßen und mit einiger Verspätung erst zur ehemaligen Domkirche aufbrechen konnten, in der früher die Bibliothek untergebracht war. Heute beherbergt die Ruine das Universitätsmuseum. Hier bekamen wir durch Frau Dr. Lea Leppig eine Führung, in der uns die Geschichte der Universitätsbibliothek Tartu anhand von erhaltenen Originalstücken, Nachbildungen, Bildern und ähnlichem erzählt wurde. Gerne hätten wir uns die spannenden Objekte viel länger angesehen, die Frau Leppig uns so lebendig erklärte, dass wir stundenlang hätten zuhören können. Aber natürlich knurrte uns inzwischen auch schon ein wenig der Magen und die Zeit mahnte uns zum Aufbruch. Wir verabschiedeten uns in aller Eile und stürmten zurück in den Schnee.
Nach einem kurzen Sprint durch die Altstadt erreichten wir in Kürze das Café Shakespeare, wo wir zu Mittag aßen. Komfortable vierzig Minuten hatten wir hier Zeit zur Stärkung. Vom Essen waren wir total begeistert: lecker und sehr günstig – ein toller Tipp von Malle Ermel!

Das Literaturmuseum von Tartu

Unsere nächste Station war das Literaturmuseum von Tartu, in dem wir schon längst erwartet wurden. Nach einer kurzen aufschlussreichen Einführung in die Geschichte des Hauses besichtigten wir in zwei Gruppen das etwas unheimliche Museum – immerhin wurden wir auf einen Haken in der Wand hingewiesen, an dem sich aus Liebeskummer eine Dame aufgehängt haben soll. Seitdem wandele sie als Geist durch das Haus und morde Männer. Nur von Männern könne gelegentlich ihre Stimme wahrgenommen werden. Der Fluch besagt, dass sie zu ihrer Erlösung drei Männer ermorden muss – einer fehle noch… Zu allem Übel wurde ein Teil unserer Gruppe versehentlich in einem dunklen Raum eingeschlossen! Welch eine Aufregung! Die Schönheit des kostbaren Muranoglas-Kronleuchters und die Bücher mit den auffälligen Zensursiegeln konnten wir da kaum mehr wahrnehmen – eine wirklich spektakuläre Führung.
Nach diesem ereignisreichen Tag schlenderten wir ein wenig müde zurück zum Hotel, um unser Gepäck zu holen und im Bus, der uns vor der Tür bereits erwartete, sofort in einen erholsamen Schlaf zu fallen. Gegen 19.30 Uhr erwachten wir alle fast zeitgleich pünktlich zur Ankunft an unserem Hotel Metropol in Tallinn.

Ein gemütlicher Abend in Tallinn

von Sybille Woll

Restaurant Olde HansaRestaurant Olde Hansa

Nachdem wir wieder in Tallinn angekommen waren und im Hotel unsere Zimmer bezogen hatten, gingen wir gesammelt in ein Tallinner Mittelalterrestaurant namens „Olde Hansa“ essen. Nachdem wir als Gruppe fast das ganze Restaurant belagerten und endlich alle auf der sehr kreativen Karte etwas Leckeres gefunden hatten, schlugen wir uns mit getrocknetem Elchfleisch, Wildschweinragout in Feigensoße und Ingwertörtchen die Mägen voll.

Tallinn, 6. Tag

Estnische Nationalbibliothek Tallinn

von Sybille Woll

Nach einer erholsamen Nacht im Hotel machten wir uns auf, um die estnische Nationalbibliothek in Tallinn zu besichtigen. Das architektonisch sehr überwältigende Gebäude wurde von einem estnischen Architekt in der Sowjetzeit entworfen. Sehr interessant war, dass für Bibliothekare und Besucher der Bibliothek jeweils getrennte Gänge vorgesehen sind.
Nach einer kurzen Führung bot uns Kadri Haljamaa, Vorsitzende der estnischen Publishers Association einen interessanten Vortrag über Publishing in Estland. Sie referierte über das estnische Verlagswesen, die Aufgaben der Association (Bücher auch über die estnischen Grenzen hinweg bekannt machen, Buchmessen veranstalten, Marketing allgemein, Buchpreise, publiziert ein eigenes Magazin namens „Raamat“) und erläuterte ebenfalls Probleme der estnischen Verlagswelt (einbrechende Verkaufszahlen und Auswirkungen der Wirtschaftskrise). Die größten estnischen Verlage sind Koolibri, Armor + Eisen und Varak. Die Bibliothek beinhaltet die Nationalbibliothek Estlands, eine parlamentarische Bibliothek und eine Forschungsbibliothek. Außerdem dient sie als kulturelles Zentrum, so findet man ebenfalls ein Museum für moderne estnische Kunst, dessen Ausstellungen oft mit estnischer Geschichte verknüpft sind. Insgesamt hat die Bibliothek sechs Stockwerke über der Erde und zwei Stockwerke unterirdisch.
Wie die meisten Bibliotheken weltweit ist auch die estnische Nationalbibliothek dabei ihre Kataloge zu digitalisieren und bis 2013 wird der gesamte Katalogbestand digital vorzufinden sein. Trotz 2.000 Besuchern täglich gibt es zurzeit trotzdem ein paar finanzielle Probleme, so wurde 2009 Personal reduziert, um Kosten einzusparen. Positiv in Erinnerung geblieben sind auch die verschiedenen, geräumigen Lesesäle der Bibliothek, so gab es sogar einen deutschen Lesesaal, mit ca. 7000 Medien und 3000 registrierten Lesern. Regelmäßig werden Buchpräsentationen, Ausstellungen und Lesungen durchgeführt.

Nach der Besichtigung hatten wir fast zwei Stunden zur freien Verfügung, die wir für kleinere Sightseeingtouren, Bistrobesuche und Shopping nutzten. Vor allem wollten wir uns mit ein paar Vorräten für die am Abend bevorstehende 15-stündige Fährfahrt zurück nach Stockholm eindecken und erkundeten dabei ein paar estnische Geschäfte, die nicht nur fragwürdige Mode, sondern noch fragwürdigeres Essen verkauften.
Schließlich trafen wir uns alle wieder, um die geschichtsträchtige Olaikirche zu besichtigen. Frau Kaugver hatte für uns eine grandiose Führung mit einer Dame organisiert, die ganz begeistert und mitreißend über die Kirche berichtete. Da sie nur estnisch sprach, nahm Frau Kaugver die Mühe auf sich, die Worte unserer Führerin zu übersetzen. Besonders aufmerksam schauten wir uns die Sakristei an, in der früher die berühmte Bibliothek untergebracht war.beim Altstadt-Rundgang durch Tallinn

Altstadt-Rundgang

Nach der Führung mussten wir uns schweren Herzens von Frau Kaugver verabschieden, die so viel für uns organisiert hatte, wie z.B. auch die folgende Stadtführung, die uns den Zauber des mittelalterlichen Tallinns näher brachte. So waren wir schließlich alle traurig, als wir der Stadt am frühen Abend den Rücken kehren mussten. bei einem kurzen Zwischenstopp zum Auschecken im Hotel nutzten wir die Gelegenheit uns schon einmal ganz herzlich bei Prof. Mittler zu bedanken, der uns diese gelungene Exkursion voller neuer interessanter Eindrücke ermöglicht hatte. Als kleines Dankeschön überreichten wir ihm eine gezeichnete Stadtansicht von Tallinn – der Stadt, die uns am meisten beeindruckt hat – und eine Flasche eines echt estnischen Likörs, der uns von Einheimischen empfohlen worden war: „Köstlich! Trinken Sie ihn mit warmer Milch!“

Es folgte eine zweite lange und mehr oder weniger alkoholreiche Nacht in engen Kabinen und durch knackende Eisschollen.

Stockholm, 7. Tag

Foto: Der Hauptbahnhof Stockholm – unser ständiger Anlaufpunkt

Vom Hafen aus nahmen wir die Metro zum Hauptbahnhof, den wir wie schon zuvor als Kofferdepot nutzten.
Nach einer Stunde Freizeit, in der sich viele eine gemütliche Tasse Kaffee gönnten, ging es dann weiter zu unserer letzten Station auf dieser Reise: der Universitätsbibliothek von Stockholm.

Universitätsbibliothek Stockholm

von Jennifer Wolfgang

In der Universitätsbibliothek Stockholm

Universitätsbibliothek Stockholm

Wir verharrten kurz vor dem Gebäude und Prof. Mittler machte uns auf dessen lebendige und einladende Architektur aufmerksam, die im Kontrast zu den umstehenden Bauten (Rasterbau) von dem anglo-schwedischen Architekten Ralph Erskine entworfen wurde. Im Inneren der Bibliothek hießen uns zwei Mitarbeiterinnen willkommen, die uns, aufgeteilt in zwei Gruppen, durch die Bibliothek führten. Die Bibliothek verfügt über 2,5 Millionen Printmedien, 110 Datenbanken, 7823 Elektronische Zeitschriften und 157 942 E-Books. Wir durften die Stockholmer Studenten um ihre ausgezeichneten Lese- und Lernbedingungen beneiden und die zahlreichen Arbeitsplätze (es stehen ca. 1.500 Lese- und 200 Bildschirmarbeitsplätze zur Verfügung) bewundern und erfuhren, dass das Mitbringen von Taschen, Essen und Trinken erlaubt ist. Die Lieblingsstudenten sind anscheinend die Juristen, die über eine eigene Text Book Collection verfügen. Nach der Führung wurden wir göttlich mit Kaffee, Tee, Gebäck und Mandarinen verwöhnt. Welch ein herzlicher Empfang!

Raritäten aus der Universitätsbibliothek Stockholm

Raritäten aus der Universitätsbibliothek Stockholm

Den zweiten Teil des Programms bildeten verschiedene Vorträge von vier Referenten, die sich extra für uns an einem Samstag in der Bibliothek eingefunden hatten, worüber wir uns unglaublich freuten. Nach einer allgemeinen Einführung referierte Marjatta Sikström über Open Access und Digital Archives. Der Schwerpunkt ihres Vortrags lag auf DIVA, einem Electronic Publishing System, das uns bereits an der Universität Uppsala begegnet war. Anschließend wurden wir über die jährlich stattfindenden „Adam Helms Lectures“ informiert. Die Bibliothek lädt zusammen mit der Swedish Publishers‘ Association einen Gast aus dem internationalen Presse- und Verlagswesen für einen Vortrag über ein aktuelles Thema ein. Im Mai 2010 wird der deutsche Journalist und Schriftsteller Thomas Steinfeld erwartet. Andere Gäste waren z.B. Alberto Manguel, Michael Krüger und Eva Bonnier. Ziel ist es, die akademische Welt mit der Buchbranche zusammenzubringen.
Danach stellte uns Pamela Schultz Nybacka „Förlagsvetenskap“, ein Advanced Level Programm in Publishing Studies, vor, das seit 1992 von dem historischen Fachbereich angeboten wird. Leider werden die Veranstaltungen auf Schwedisch gehalten – wer also Interesse an einem Austausch oder einem Studium hat, sollte die Sprache beherrschen.

Clas-Ove Strandberg präsentierte uns als finalen Programmpunkt Schätze aus der Rarities Collection, z.B. eine Inkunabel aus Mainz von 1475 gedruckt von Peter Schöffer, ein Exemplar des Werkes „Sidereus Nuncius“ Galileo Galileis, ein Buch aus dem Besitz König Eriks XIV. (1533-1577), in das er während seiner Zeit im Gefängnis z.B. ein Selbstporträt, eine Landschaft usw. gemalt hat. Voller Enthusiasmus zeigte uns Herr Strandberg noch einige Bücher mit zoologischen und botanischen Illustrationen. Eines seiner liebsten Werke ist Maria Sibylla Merians „METAMORPHOSIS INSECTORUM SURINAMENSIUM“ (1719).
Nach so viel Engagement hoffen wir, uns ein wenig revanchieren zu können: Der Einband eines Werkes gedruckt von Johann Schöffer von 1519 scheint interessant zu sein, ist jedoch schlecht erhalten. Prof. Mittler erhielt einen Abrieb, um in Deutschland in der Einbanddatenbank zu recherchieren, ob das Motiv der Rolle schon bekannt ist oder eine neue Entdeckung darstellt. Wir sind gespannt!

Aufbruch in die Heimat

von Carolin Madeja

Trotz sieben Tagen auf Achse noch fit und aufgedreht

Trotz sieben Tagen auf Achse noch fit und aufgedreht

Voller Eindrücke verließen wir unseren letzten Besichtigungsort und nahmen die Metro zurück zum „Cityterminalen“. Dort konnten wir die letzte Möglichkeit wahrnehmen Souvenirs zu besorgen, bevor wir nach kurzem Aufenthalt mit dem Bus zurück zum Flughafen fuhren.

Beim Warten auf unser Flugzeug nach Frankfurt nahmen wir die Gelegenheit war, und bedankten uns mit einem kleinen Geschenk (eine Schatzkarte und ein gefüllter Tonkrug) ganz herzlich bei Christina für die tolle und gelungene Organisation! Gleichzeitig ertönten auch schon Vorschläge für die Ziele der nächsten Exkursion…mal sehen, wo es das nächste Mal hingeht…
Angekommen in Frankfurt zerstreuten sich schließlich unsere Wege, denn wir hatten nach den vergangenen ereignisreichen Tagen dringend Schlaf nötig.

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